Hatten die bisherigen weitverbreiteten Würmer meist nur die lästige, aber relativ ungefährliche Art, sich über das Outlook-Adressbuch weiterzuschicken, so kann "JS.Gigger.A@mm" sogar die Festplatte löschen wenn der Benutzer nicht schnell genug reagiert. Die E-Mail stellt sich in der Betreff-Zeile als ein "Outlook Express Update" dar, das von "MSNSofware Co" zu kommen scheint ? dieser Text steht im Body der E-Mail.
Die angehängte Datei "Mmsn_offline.htm" hat es jedoch in sich, beherbergt sie doch ein gefährliches JavaScript. Dieses legt die Dateien "C:Bla.hta", "C:B.htm", "C:WindowsSamplesWshCharts.js" und "C:WindowsHelpMmsn_offline.htm" an und vergreift sich an anderen HTML-Dateien. Viel Schlimmer wirkt sich jedoch der Eintrag "ECHO y|format c:" in der autoexec.bat aus ? beim nächsten Neustart wird damit die C-Festplatte ohne Nachfrage formatiert.
Die Fortpflanzung des Wurms erfolgt wie herkömmlich über das Outlook Express Adressbuch, aber auch über das IRC-Programm mIRC. Noch ist er nicht weit verbreitet, das Zerstörungspotential und die Fortpflanzungsfähigkeit wird von Symantec jedoch als "hoch" eingeschätzt.
Update
Wie uns ein aufmerksamer Leser mitteilte, sind die deutschen Versionen von Windows gegen den Versuch, die Festplatte zu löschen, resistent. Der Befehl "ECHO y|format c:", der in die Autoexec.bat eingefügt wird, bestätigt die Frage des Format-Programms, ob man wirklich formatieren will, mit einem "y". In den deutschen Versionen muss man jedoch mit einem "j" bestätigen. Ebenso unproblematisch sind Systeme mit Windows NT, 2000 oder XP ? hier wird vor der Formatierung zusätzlich noch einmal nach der Beschreibung der Festplatte gefragt.
Die Festplatte wird also nicht formatiert, aber der Computer bleibt eventuell nach einem Neustart hängen und man muss mit einer Bootdiskette die Autoexec.bat editieren. Dieses funktioniert problemlos, solange kein NTFS-Dateisystem vorliegt ? ansonsten muss man einen DOS-Treiber für NTFS nutzen, zum Beispiel Sysinternals NTFSDOS. So gefährlich wie zuerst angenommen ist der Virus also zum Glück nicht und stellt wohl nur ein geringes Sicherheitsrisiko dar. Wäre er allerdings geschickter programmiert, sähe die Sache ganz anders aus. Es gilt also nach wie vor: Augen auf beim E-Mail-Empfang!
Quelle
Gruss